WhatsApp und der Datenschutz

WhatsApp auf den Firmenhandys installiert zu haben, kann kritisch sein, wenn nicht gewisse Dinge beachtet werden:

Das Hauptproblem liegt vor allem in der Kontaktdaten-Synchronisation. Wer die App auf seinem Smartphone nutzt, gewährt WhatsApp somit den Zugriff auf seine Kontakte. Dadurch erhält der US-Konzern u.a. auch die Telefonnummern von Kontakten, die den Dienst gar nicht nutzen. Auch wenn nicht bekannt ist, was die Facebook-Tochterfirma mit diesen Daten anstellt, so wissen wir, dass dies eine Weitergabe ohne Berechtigung ist und somit einem Datenschutzverstoß gleichkommt!

Als Lösungsansatz bieten sich sogenannte Exchange-Container an. Diese verhindern die Synchronisation von Applikationen innerhalb des Containers mit denen außerhalb davon. Wird so eine App wie WhatsApp in solch einen geschützten Bereich gepackt, kann kein Abgleich der Kontaktdaten aus dem Adressbuch außerhalb des Containers stattfinden. Dies bedeutet aber auch, dass man Einbußen hinsichtlich des Komforts der Bedienung hinnehmen muss. So müssen nun alle Kontakte manuell eingepflegt werden.

Keine echte Alternative bietet die Option, WhatsApp den Zugriff auf die Kontakte zu verweigern. Während bei Apple-Geräten diese Option in den Einstellungen zu finden ist, muss man auf Android-Geräten eine extra App installieren, welche diese Funktion bereitstellt. Jedoch wurde gezeigt, dass WhatsApp bestehende Kontakte bereits synchronisiert hatte, ehe der Zugriff deaktiviert werden konnte.

Dürfen Unternehmen per WhatsApp mit ihren Mitarbeitern kommunizieren?

Um dies zu gewährleisten, müssen den Mitarbeitern Diensthandys ausgegeben werden, dann ist es grundsätzlich egal, ob der Chef seine Mitarbeiter per SMS, E-Mail oder WhatsApp kontaktiert.

Unternehmen sollten sich jedoch fragen, ob es tragbar ist, dass eine Menge an Daten, unter Umständen auch sensible Daten, unkontrolliert an Dritte im Ausland weitergegeben werden.

Zudem ist nicht klar, inwiefern Regeln, die für die Benutzung von Facebook gelten, auch für die WhatsApp-Nutzung relevant sind.

Es ist ebenso unklar, ob Inhalte tatsächlich ausgelesen werden. WhatsApp selbst gab an, dass durch die neu-implementierte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung keine Chats mehr mitgelesen werden können.

Dürfen Unternehmen per WhatsApp kommunizieren, wenn der Erstkontakt vom Kunden ausging?

Gerade in den Bereichen Kundenservice und Beratung zeigen sich die Verbraucher aufgeschlossen, wenn es um den Kontakt mit Unternehmen per WhatsApp geht.

Wenn der Erstkontakt vom Kunden ausgeht, spricht aus rechtlicher Sicht nichts gegen eine Kommunikation über die App, da der Kunde sich bewusst für diesen Weg entschieden hat. Eine beidseitige Einwilligung besteht dadurch, dass das Unternehmen diese Art der Kommunikation bereitstellt.

In der Theorie wissen somit beide, dass ihre Daten ohne Rechtsgrundlage an ein Drittland übermittelt werden. Allerdings ist auch immer zu bedenken, dass das Unternehmen in der Nachweispflicht steht.

Ein Kontakt zwischen Unternehmen und Kunden per WhatsApp könnte sich somit nach DSGVO-Richtlinien als sehr kritisch erweisen.